Lohnbeschichter senkt Entlackungskosten um mehr als 80%

„Beschichtung von Gitterrosten in Lackierkabinen mit neuartigem 2K-Material vereinfacht die Entlackung und erhöht die Standzeit“: So berichtete das Gachblatt „besser lackieren“ am 3. Februar 2012. Wir dokumentieren den Bericht im Wortlaut.

Ein Lohnbeschichter beschichtet neuerdings seine Gitteroste in den Lackierkabinen mit dem 2K-Material „Fematop“ der Ensutec Products GmbH. Das als Multiplex-Opferschichtausgebildete Produkt verlängert die Standzeit der Gitterroste deutlich und senkt damit erheblich den Aufwand und die Kosten zur Entlackung.

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Die Schwerlastgitterroste in den Lackierkabinen eines großen Lohnbetriebs mit Schweißerei und Lackieranlage für Großkomponenten mit bis zu 15 m Länge und 10 t Gewicht wurden bisher im wiederkehrenden Zyklus mindestens monatlich gereinigt – extern durch thermisches Entlacken.

Durch den Einsatz des neuartigen 2K-Materials „Fematop“ der Ensutec Products GmbH werden nun die bisher angefallenen Personalund Reinigungskosten gesenkt, Stillstandszeiten vermieden und außerdem die Umwelt erheblich entlastet. Der Anlagenbetreiber konnte die Kosten in diesem Fall um mehr als 80% reduzieren und die Standzeit auf mehr als zwölf Monate verlängern. Im Vergleich zu den herkömmlichen thermischen, chemischen und mechanischen Verfahren wie Sandstrahlen oder Wasser-/Dampfstrahlen fällt nun zur Reinigung der Gitterroste ein wesentlich geringerer Aufwand an. Lediglich ein manuelles Abreinigen durch Abkehren oder Bürsten in wöchentlichem Zyklus ist notwendig, um die Funktionalität der Gitteroste in den Lackierkabinen langfristig zu erhalten, so dass die Absaugleistung nicht  – wie üblich gegen Ende der Gitterroststandzeiten – spürbar nachlässt, sondern konstant gleich bleibt.


3 Fragen an Thomas Mayer, Inhaber Ensutec Products GmbH 

Bei welchen Arten von Beschichtungsmaterialien ist das neue System einsetzbar? 

Das 2K-Beschichtungsmaterial wird als Schutzschicht auf die Gitteroste aufgetragen. Als Multiplex-Beschichtung besteht es aus einer Vielzahl von übereinander liegenden schuppenartigen Plättchen, die sich schichtweise ablösen, sobald durch eine stärkere mechanische Einwirkung wie den Abreinigungsvorgang Kräfte ausgeübt werden. Hierbei löst sich nur die oberste Schicht mit dem darauf abgelagerten Lacknebel ab und die Erhaltung der Funktionalität der Gitteroste ist wieder voll gewährleistet. 

In seiner Wirkungsweise ist es letztendlich unerheblich, was für ein Lacksystem verarbeitet wird. Wir haben bereits positive Erfahrungen mit vielen Lacksystemen, bei denen die Wirkung uneingeschränkt vorhanden ist – ob Wasserlacke oder Lösemittellacke, ob Epoxy-, Polyurethanoder Zinkstaublacke, ob Grundierungen, Basislacke oder Klarlacke. 

Wie ist der Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren? 

Im Prinzip fällt kein Energieaufwand an. Die Anwendung der Beschichtung ist sehr einfach: Die beiden Komponenten werden mit Wasser angerührt und die Gitterroste üblicherweise im Tauchverfahren beschichtet. Im Betrieb werden die Gitterroste dann in den notwendigen Reinigungszyklen durch Abkehren oder Bürsten gereinigt und somit die optimale Funktion der Absaugung aufrechterhalten. Einige Anwender reinigen mittlerweile wöchentlich mit einem geringen Zeitaufwand die Gitterroste und erhalten dadurch die optimale Funktionalität. Sind bisher möglicherweise alle zwei bis vier Wochen energetisch aufwändige Reinigungsschritte wie chemisches oder thermisches Entlacken oder durch Strahlen außer Haus notwendig, so entfallen diese nun weitestgehend.

Die Gitterroste müssen erfahrungsgemäß lediglich nach einem bis 1,5 Jahren wieder neu beschichtet werden. Die Standzeit verlängert sich und der Energieverbrauch reduziert sich somit deutlich. Die Umwelt wird dadurch stark entlastet. Ebenso reduziert sich der Chemieverbrauch bei den entsprechend eingesetzten Verfahren. Bei Anwendungen der Dampf- oder Wasserstrahltechnik wird hier ebenso drastisch weniger Energie benötigt – und die Entsorgungsmengen und -kosten der anfallenden Wasser und Schlämme, die als Sondermüll zu entsorgen sind, sind nicht mehr notwendig. 

Kann die 2K-Beschichtung auch bei anderen Vorrichtungen wie z.B. Haken, die ebenfalls regelmäßig entlackt werden müssen, genutzt werden? 

Das System kann seine Wirkung auf allen Bestandteilen entfalten, bei denen die Gefahr besteht, dass eine sich im kontinuierlichen Lackierprozess aufbauende Verschmutzung durch Lacknebel eine aufwändige, kostenintensive und umweltbelastende Entlackung notwendig macht. Selbstverständlich können auch die Kabinenwände, Lackierhaken und insbesondere Sonderlackiergestelle und Skids beschichtet werden, um die Effekte zu erreichen, die das Produkt bietet. 

Hier muss man jedoch auch klar sagen, dass im Rahmen einer Kosten-NutzenAnalyse zu klären ist, inwieweit sich der Einsatz anbietet. Gerade bei teuren Sondervorrichtungen kann es von Vorteil sein „Fematop“ anzuwenden, da eine externe Entlackung deutliche Folgekosten wie Stillstandzeiten oder den Invest in die dadurch viel größere Anzahl an notwendigen Vorrichtungen erfordert.